Bewaffnung 1. Jahrhundert

Waffen der Germanen

Tacitus schrieb in der Germania:
Nicht einmal Eisen erübrigt, wie aus der allgemeinen Art ihrer Waffen hervorgeht. Wenige haben Schwerter oder größere Lanzen; sie führen Speere oder, nach ihrer eigenen Benennung, Framen mit einem knappen und kurzen Eisen, das aber so scharf und für den Gebrauch handlich ist, daß sie mit der nämlichen Waffe, wie es eben das Verhältniß fordert, entweder im Handgemenge oder aus der Ferne kämpfen. Der Reiter nun hat wirklich an seinem Schilde und seiner Frame genug; das Fußvolk wirft auch kleinere Geschosse, ein Mann mehre (...)

Tatsächlich waren Metalle in der Germania Magna knapp. Dies zeigt sich auch darin, dass nach der Varusschlacht, als plötzlich Altmetall in großen Mengen zur Verfügung stand, die metallenen Teile an den Waffen deutlich größer und schwerer wurden.

Standardwaffe der Elbgermanen war der Speer, der sowohl in der Halbdistanz, als auch im Nahkampf eingesetzt wurde. Als Defensivwaffe begnügten sich die Elbgermanen mit einem recht kleinen sechseckigen Schild. Rundschilde waren seltener und ebenfalls von kleinerem Durchmesser. Schwerter waren, nicht zuletzt wegen des hohen Metallbedarfs, der Oberschicht vorbehalten und wurden nur selten gefunden.

Daneben dürften als Distanzwaffe Schleudern im Einsatz gewesen sein. Hölzerne Schlagwaffen sind zwar meines Wissens nicht belegt, aber ebenfalls wahrscheinlich. Bögen und Beile sind lediglich als Jagdwaffen bzw, Werkzeuge belegt. Es gibt keine Hinweise, dass sie auch im Krieg eingesetzt wurden.

 

Kampfesweise

Insbesondere die recht kleinen Schilde legen nahe, dass die Kampftaktik nicht auf geschlossene Formationen ausgelegt war, da die Kämpfer sich damit gegenseitig kaum Schutz bieten konnten. Warscheinlicher ist der Kampf in Gruppen aus beweglichen und schnellen Einzelkämpfern.

Diese Kampfweise war nicht besonders gut für Feldschlachten in offenem Gelände geeignet.  Allerdings ging sie hervorragend mit Partisanentaktiken einher. Dies passt auch zum Bericht des Cassius Dio von der Varusschlacht:

"[Im unwegsamen Gelände] umstellten die Germanen sie plötzlich von überall her gleichzeitig durch das Dickicht hindurch, da sie ja die Pfade kannten, und zwar schossen sie zuerst von fern, dann aber als sich keiner wehrte, doch viele verwundet wurden, gingen sie auf sie los."