Bewaffnung 3. Jahrhundert

Kampfweise

Zunehmend häufige Konfrontationen mit Rom, und der Trend zur Feldschlacht, zwangen den ehemaligen Einzelkämpfern eine neue Kampfweise auf: den Schildwall. An die Stelle der beweglichen Einzelkämpfer trat eine geschlossene Formation aus Kämpfern. Dicht aneinander gepackt, mit überlappenden Schilden.

Genau genommen haben die germanischen Stämme das Erfolgsmodell der geschlossenen Formation von den römischen Truppen abgekupfert.

 

Waffen

Schilde

Die Bewaffnung des 3.Jahrhunderts orientierte sich bereits stark am Formationskampf. An die Dtelle der kleinen Schilde des 1. Jahrhunderts waren Rundschilde mit 70 bis 80 cm Durchmesser getreten, die durch die Überlappung einen guten Schutz im Schildwall boten. Die Schildbuckel wurden runder und weniger gefährlich für den Vordermann im Schildwall.

Schwerter

Das einschneidige Hiebschwert der Elbgermanen war durch die zweischneidige Spatha abgelöst worden. Dieser Schwerttyp geht wahrscheinlich auf keltische Schwerter aus dem Latene zurück und verbreitete sich im ganzen Römischen Reich und den angrenzenden Gebieten.
Eine Besonderheit der Spatha gegenüber anderen Schwerttypen ist der recht kurze Griff, in dem die Hand quasi festklemmt. Sie war ausgesprochen kopflastig, da ihre Klinge sich im Gegensatz zu späteren Formen nur in der Spitze verjüngte und kein Gegengewichtsknauf angebracht war.

Grundsätzlich blieb die Spatha der Oberschicht vorbehalten. Da sich jedoch relativ viele Alamannen in der römischen Legion verdingten (Auxiliare) und nach der Dienstzeit ihre Waffen behielten, gab es in der Alamannia deutlich überdurchschnittlich viele Schwertträger.

Speere und Lanzen

Neben Messern stellen Speere die Regelbewaffnung der einfacheren Bevölkerung dar. Aus dem germanischen Universalspeer (Framen) hatten sich leichtere Wurfspeere, von denen häufig mehrere mitgeführt wurden, und schwerere Nahkampfspeere entwickelt. Eine besondere Rolle spielt dabei die Lanze. Als schwerer Speer mit Überlänge wurde sie wohl als reine Kavalleriewaffe eingesetzt.

Eine Sonderrolle bei den Speeren spielen die Widerhakenspeere. Sie wurden vor allem eingesetzt, um gegnerische Schilde unbrauchbar zu machen.

Äxte

In den Grabbeigaben des 3. Jahrhunderts tauchen auch vermehrt Äxte auf. Da Werkzeuge als Grabbeigabe eher die Ausnahme sind, kann wohl davon ausgegangen werden, dass ab dieser Zeit vermehrt Äxte und Beile als Waffen eingesetzt wurden.