Elbgermanische Siedlungen

Im Nahbereich des Limeskastells Echzell, Wetterau, wurden zwei elbgermanische Siedlungen ergraben. Eine von ihnen stammt aus der Limesfallzeit. 

Die Siedlungen waren stets in der Nähe von römischen Städten oder Vici angelegt. Eine direkte Besiedlung römischer Städte, Villae oder Vici durch die elbgermanischen Zuwanderer ist jedoch nur selten nachvollziehbar. Bei der Ansiedlung germanischer Zuwanderer in Römischen Villae,  wurde die römische Bausubstanz warscheinlich nur zeitweilig genutzt. Insbesondere nach dem Verfall, oder der Zerstörung von Gebäuden wurden Neubauten meist in der typisch germanischen Holzständerbauweise errichtet. (z. B. Wurmlingen). In Einzelfällen wurden inzwischen auch germanische Landsitze aus der Spätantike und der Völkerwanderungszeit gefunden, die nach der Bauweise römischen Villae entsprechen. Sie werden im Allgemeinen der germanischen Oberschicht, und im besonderen ehemaligen Auxiliaren zugeordnet.

Wie auch die späteren Alamannischen Siedlungen waren die einfachen bzw. bäuerlichen Siedlungen stets in der Nähe von Fließgewässern angelegt. Strukturell handelt es sich dabei um kleine Haufendörfer, mit meist nur wenigen Einwohnern. Wie die Grabungsbefunde zeigen, waren diese Siedlungen in der typisch germanischen Weise angelegt. Es fanden sich Langhäuser, die wahrscheinlich als Wohnstallhäuser genutzt wurden, Grubenhäuser als Werkstätten und Vorratshütten. Die genaue Bauweise der Häuser bleibt dabei aber im Dunkel, da der archäologische Nachweis der Gebäude in aller Regel nur noch über die Pfostenlöcher möglich ist.