Mode und Tracht im 1. Jahrhundert

Tacitus schrieb:
Decke ist Allen ein Mantel, mit einer Heftel oder, wenn diese fehlt, mit einem Dorn zusammengeknüpft; im Uebrigen unbedeckt, verbringen sie ganze Tage neben dem Heerde und Feuer. Die Begütertsten unterscheidet ein Leibkleid, nicht bauschig, wie die Sarmaten und Parther es haben, sondern anliegend und jedes einzelne Glied darstellend. Auch Wildpelze tragen sie, die zunächst im Uferland gleichgültig, die weiter im Innern mehr ausgesucht; denn zu ihnen dringt kein Putz durch Handel. Man liest aus unter dem Wild und sprenkelt die abgezogenen Hüllen mit Flecken und mit Fellen von Thieren, die der äußere Ocean zeugt und das unbekannte Meer. Auch die Weiber haben keine andere Tracht, als die Männer, außer daß die Weiber sich öfter in leinene Gewänder hüllen, welche man durch Hochroth bunt macht, und den oberen Theil des Leibkleides nicht in Aermel verlängern, nackt am Unter- und Oberarm; aber auch der nächste Theil der Brust ist blos.

Tracht der Frau

Die Frauentracht des 1. Jahrhunderts war von zwei Kleidungsvarianten geprägt.

Zum einen trug die Frau die klassische germanische Rock-Bluse-Kombination, welche sich bis zur Bronzezeit zurückverfolgen lässt. Die T-Bluse, die aus einem Stück Stoff genäht wurde und dank der T-förmigen Naht auf dem Rücken zu ihrem Namen kam, reichte nur bis zur Taille. Der Schlauchrock wurde am oberen Ende mit einem eingenähten Band oder mit einem schmalen Tunnezug angekräuselt und in Falten gelegt. Darüber wurde der hoch über die Taille reichende Rock meistens mit einem gewebten Gürtel am Körper gehalten.

Zum anderen wurde der aus der griechischen Mode stammende Peblos verbreitet getragen. Rock und Peblos waren gewöhnlich knöchellang.
Bei dem Peblos handelt es sich um ein einfaches Schlauchkleid, das auf den Schultern durch zwei Fibeln geschlossen wird. Der Peblos wurde um die Tallie gegürtet. Ob die Germanin neben dem Peplos und einem Schultertuch noch ein Unterkleid getragen hat, darüber streiten sich die Archäologen auch heute noch.

 

 

Tracht des Mannes

Der Mann trug Hose und Tunika.

Die Tunika reichte in der Regel bis auf die Oberschenkel (knapp über dem Knie) konnte das Knie aber auch erreichen. Die Ärmel der Tunika waren eher eng anliegend gehalten. Bei der Hose des Germanen wird immer noch, auf Grund der schlechten Fundlage, eine der Varianten der Thorsberg-Hosen oder etwas im Stil der Damendorf-Hose vermutet.